Skifahren: Nachwuchsproblem …

ORF-Beitrag: so sieht das der Direktor der Ski-Mittelschule Windischgarsten 

 

Nachwuchs-Problem: „Schifahren ist kein Selbstläufer mehr“

 

Skifahren ist in Österreich Volkssport, doch der wird immer kostspieliger. Gleichzeitig wird es schwieriger, Kinder langfristig für den Sport zu begeistern. Wielange können und wollen wir uns Schifahren noch leisten? Darüber spricht Isabella Köck mit Markus Gattinger, Direktor der Ski-Mittelschule Windischgarsten in „Auf ein Wort“.

 

Der Ski-Mittelschuldirektor sieht Skifahren längst nicht mehr als Selbstläufer. Man müsse Schifahren heutzutage stärker bewerben, als noch vor einigen Jahren, um Menschen dafür zu begeistern.

Das liegt unter anderem an den Preisen: Schon vergangene Saison kostete eine Tageskarte für Erwachsene in größeren oberösterreichischen Skigebieten teils rund 70 Euro. In der kommenden Saison steigen die Preise vielerorts erneut um rund drei Prozent. Für Familien kommen neben den Liftkarten noch Ausrüstung, Anreise und Verpflegung dazu.

 

Kosten für Schulschikurse

 

Spürbar werden die Kosten auch bei Schulskikursen. Eine Wintersportwoche kann laut Landesverband der Elternvereine der Pflichtschulen in der Sekundarstufe zwischen 400 und 700 Euro kosten. Damit möglichst viele Kinder trotzdem Skifahren lernen können, unterstützt das Land Oberösterreich: Bei mindestens viertägigen Schulskikursen in oberösterreichischen Skigebieten werden die Liftkarten übernommen. Immer weniger Kinder bleiben nach den Kursen tatsächlich dran, noch schwieriger sei es mittlerweile im Leistungssport, sagt Gattringer. Der zeitliche Aufwand sei für viele Eltern zu groß.

 

Talentschmiede in Windischgarsten

 

Seit 1966 werden an der Skimittelschule Windischgarsten junge Wintersporttalente ausgebildet. Aus der Schule sind bereits zahlreiche erfolgreiche Skirennläufer hervorgegangen – darunter die Weltmeister Rudi Nierlich und Hannes Trinkl sowie Doppelweltmeister Vincent Kriechmayr. Auch Weltcupfahrer Daniel Hemetsberger besuchte die Schule. Neben Ski alpin werden mittlerweile auch Nachwuchsathleten in nordischen Disziplinen ausgebildet.

 

Kampf um Nachwuchs

 

Doch einmal Skifahren zu lernen bedeutet noch lange nicht, auch dabeizubleiben. Direktor Markus Gattinger beobachtet, dass es zunehmend Überzeugungsarbeit brauche – vor allem bei den Eltern. Denn wer den Weg in Richtung Leistungssport einschlägt, muss nicht nur Geld, sondern auch viel Zeit investieren.

 

Dabei habe Skifahren in Österreich nach wie vor einen hohen Stellenwert, sagt Gattinger- Das Interesse an Weltcuprennen sei groß, gleichzeitig werde der Aufwand für Familien, die selbst regelmäßig auf die Piste wollen, größer.

 

Weniger Schnee macht Pisten teurer

 

Auch die Skigebiete selbst stehen vor höheren Anforderungen. Die Seilbahnbetreiber begründen steigende Preise unter anderem mit Energie- und Investitionskosten, etwa für moderne Beschneiungsanlagen. Und die werden wichtiger: Laut GeoSphere Austria werden die Winter langfristig wärmer, besonders in tieferen Lagen wird Naturschnee weniger verlässlich. Viele Skigebiete sind deshalb auf technische Beschneiung angewiesen – die wiederum Investitionen, Energie und Geld kostet. Laut Gattinger sei das Energieaufkommen aber noch vertretbar, im Vergleich zu anderen Sportarten wie etwa Fußball, wo auch enorm viel Energie in die Aufbereitung des Rasens fließe, so Gattinger.

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