Aktion im Bregenzerwald spricht sich gegen Gewalt in Familien und an Frauen aus

Die Zeichen stehen auf Orange – Aktion im Bregenzerwald spricht sich gegen Gewalt in Familien und an Frauen aus.

 

Für 16 Tage schließen sich Organisationen im Bregenzerwald zusammen, um ein klares Signal gegen Gewalt zu setzen. Das Frauenmuseum Hittisau, die Initiative „Der Bregenzerwald lässt kein Kind zurück“, die ifs-Gewaltschutzstelle und ifs-Frauenberatungsstelle mit Zweigstelle in Egg sowie das Kulturbüro Bregenzerwald beteiligen sich damit an der UN-Kampagne ORANGE THE WORLD. Von 25. November bis 10. Dezember 2022 finden zahlreiche Aktionen mit starker Signalwirkung statt. Der Auftakt ist am 25. November 2022 – der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Ziel ist es, auf die Beratungsmöglichkeiten im Bregenzerwald aufmerksam zu machen und Menschen für das Thema Gewalt zu sensibilisieren.

 

16 Aktionstage im Bregenzerwald
Am 30. November wird im Frauenmuseum in Hittisau ein hochkarätig besetztes Podium aus den Bereichen Bildung, Polizei, Pflege, ifs-Kinderschutz, ifs-Gewaltschutzstelle und ifs-Frauenberatungsstelle das Thema Gewalt in Familien im Rahmen einer Diskussion theoretisch beleuchten. Eine Strahlkraft nach außen vermitteln die 24 orangen Warnleuchten, die in der großen Fensterfassade des Frauenmuseums platziert werden. Die Lichtinstallation entstand zusammen mit dem Künstler Wolfgang Schwarzmann und knüpft an die UN-Kampagne ORANGE THE WORLD an.

 

Der Bregenzerwald wird Orange
Um möglichst viele Menschen anzusprechen, werden Institutionen wie Schulen, die Polizei und betroffene Menschen mit der Kampagne ins Boot geholt. Auch die Bregenzerwälder Bürgermeister:innen setzen ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt. Jeder Brief, der die Gemeindeämter verlässt, ist mit einem Sticker beklebt. In den einzelnen Gemeinden finden sich orange Warnleuchten, die präsent in den Fenstern des Gemeindeamtes und in öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Büchereien aufgestellt werden. Verwendet werden dafür die energiesparenden Baustellenleuchten.

Jährlich werden in Vorarlberg etwa 500 Betretungs- und Annäherungsverbote ausgesprochen – einige davon auch im Bregenzerwald.

 

Direkte Beratung für Betroffene bieten die ifs-Gewaltschutzstelle und die ifs-Frauenberatungsstelle vor Ort in Egg an. Die 16-tägige Aktion soll somit auf dieses niederschwellige Angebot aufmerksam machen und die Bevölkerung für das Thema häusliche Gewalt sensibilisieren. Schutz vor Gewalt ist ein Recht für alle.

 

Verschiedene Akteur:innen mit Signalwirkung

Zehn Büchereien des Bregenzerwaldes richten orange Plätze ein, wo ein Büchertisch mit Mut-Geschichten, Heldinnenerzählungen und vieles mehr zu finden sind. Die Künstler:innen Anna-Amanda Steurer, Sophie Thelen Weinmann, Simeon Melchior und Wolfgang Schwarzmann präsentieren im Werkraum Andelsbuch, dem Frauenmuseum Hittisau und bei witus Bezau ihre Werke rund um das Thema Gewalt und Frauen.

 

Nicole und Wolfgang Scheffknecht mit Gaul stellen ihr Buch „Böses Vorarlberg“ am 7. Dezember im Jöslar in Andelsbuch vor. In den Filmen „Liebes:Leben“ und „Tür zu“ beschäftigten sich Carola Mair und Sevda Chkoutova unmittelbar mit dem Thema Gewalt in Beziehungen und in der Familie. Vereine und öffentliche Institutionen werden zudem dazu aufgerufen, ihre Webseiten orange einzufärben und entsprechend zu verlinken. Alle Angebote ziehen sich wie ein „oranger“ Faden durch die Region und beleuchten das Thema Gewalt auf vielfältige Weise mit vermehrter Lichtfülle.

 

Details unter: www.waelderkinder.com/orange-the-world und  www.kulturbuero.online/orange

Deine Meinung

  1. Schließe mich Anita an. Gewalt in Familien ist nicht immer männlich oder physisch, die Frau nicht immer Opfer, auch wenn es ihr leicht gemacht wird und es sich geradezu anbietet, den Mann zu stigmatisieren und so von den kindern zu entfremden. Trotzdem überwiegt mE das weibliche Interesse, der Mann kann sich in jeder Form irgendwie "wehren", die Frau kommt möglicherweise physischer Gewalt gar nicht aus.
  2. Finde ich super!
    Man dürfte vielleicht auch mal erwähnen,das es auch Gewalt an Männern gibt!
    Auch Männer erleben sehr viel psychischen und körperliche Gewalt !