Klimawandel: Mehr Futter auf den Alpen

Bericht aus dem ORF (Vorarlberg) vom 14.07.17

 

Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Vorarlberger Alpen aus. Es gebe ein deutlich größeres Grasangebot, so Josef Türtscher, Obmann des Alpwirtschaftvereins. Allerdings würden die Kühe fehlen.

 

In Vorarlberg gibt es rund 500 bewirtschaftete Alpen. Heuer hätten die Alpen schon früher bezogen werden können, sagt Türtscher im ORF Vorarlberg-Interview. Die Hitzewelle im Juni habe gezeigt, dass die Klimaerwärmung ihre Spuren hinterlassen. Die Vegetationszeit auf den Alpen habe früher begonnen und es wachse mehr Gras als früher.

 

Weniger Schweizer Kühe auf Vorarlberger Alpen

Das Futterangebot kann aber nicht wirklich genutzt werden, da in den vergangenen Jahren die Zahl der gealpten Tiere von über 42.000 auf knapp 40.000 gesunken sei. Radikal zurückgegangen ist die Zahl der Schweizer Kühe auf den Vorarlberger Alpen: Waren es vor Jahren noch bis zu 3.000, sind es jetzt nur noch knapp 150. Der Grund ist die latente TBC-Gefahr.

 

Nur noch zwei bis drei Schweizer Bauern aus der Grenzregion mit insgesamt 150 Kühen bringen ihre Tiere im Sommer auf Vorarlbergs Alpen. Obwohl Vorarlberg als TBC-frei gilt, lasse sich eine Übertragung durch Rotwild in gewissen Regionen wie Klostertal, Silbertal oder Montafon nicht ausschließen, sagt Landesveterinär Norbert Greber.

 

Die Schweizer Behörden zahlen ihren Bauern deshalb eine Prämie von 500 Euro pro Stück Vieh, wenn die Tiere im Sommer auf Schweizer Alpen gebracht werden. Tiere, die den Alpsommer in Vorarlberg verbracht haben, müssen auf TBC getestet werden, die Untersuchungskosten bezahlt der Bauer selbst.

 

Kühe aus Deutschland als „Ersatz“

Der Ausfall der Tiere aus der Schweiz habe man teilweise durch Kühe aus Deutschland ausgleichen können, so Türtscher. In Vorarlberg seien einfach nicht mehr Tiere vorhanden. Für den einzelnen Bauern sei es wegen des relativ guten Sommermilchpreises betriebswirtschaftlich lukrativer, die Tiere im Tal zu lassen.

 

Hohe Wertschöpfung für den Tourismus

Die 138 Vorarlberger Sennalpen produzieren mit mittlerweile 8.500 gealpten Milchkühen 250.000 Kilo Alpkäse, vor wenigen Jahren waren es noch 460.000 Kilo. Die Hauptleistung der Alpung liege aber klar im Erhalt der Kulturlandschaft, betont Türtscher. Die Wertschöpfung aus dem Tourismus übersteige den Wert aus den direkten Lebensmitteln deutlich.

Deine Meinung

  1. jeder kann mit dem Finger nur auf alle anderen zeigen und die eigenen Fehler damit selbstgnädig übersehen. Die Taktik funktioniert, weil es immer andere geben wird, die mehr Schaden anrichten. Die Verantwortung tragen trotzdem wir alle und mit der Schuld und dem Schaden dürfen die nächsten Generationen fertigwerden. Ohne Ego nachdenken würde evtl helfen.
  2. :-)gehe zu Fuss, mit dem Fahrrad und den ÖFFIS
    um nur ein Bespiel zu nennen.
  3. Ihr habt alle recht, doch wenn jeder nur ein wenig zum Besseren beiträg ist die Welt ein kleines bisschen besser geworden. Hören wir auf einander zu beschuldigen und nehmen uns selber an der Nase ok.
  4. Jeder Flieger kann ausstoßen soviel er will!
    Kein Mensch hinterfragt das!
  5. Nein, nicht im Sinne der Natur, genauso wenig wie ein Mechaniker, Büroangestellter oder Maurer im Sinne der Natur arbeitet
  6. Stimme Bürle voll und ganz zu.
    Wir sollten mal etwas ehrlicher sein und die Schuld bei uns selber suchen. Genauso zu verurteilen ist auch, was die sogenannten Landschaftspfleger (Bauern) mit der Natur aufführen. Das ist bei weitem nicht mehr im Sinne der Natur und des Viehs. Hier sollte sich schleunigst die Politik Gedanken machen....aber mit Hausverstand und nicht nur in Richtung Quantität.
  7. Klimawandl? Kraftfutter, Kunstschnee, Überdüngung, Drainagen?